Über den ganzen Debatten, die mittlerweile im “Fall Neuschäfer” geführt wurden und werden (vgl. u.a. die ganzen Kommentare zum Beitrag “Rudolstadt: Audiatur et altera pars“), droht m.E. immer mehr das eigentliche Thema aus den Augen verloren zu gehen: Wir haben es mit krassen Fällen von Fremdenfeindlichkeit zu tun. Und dem gilt es mutig und couragiert entgegenzutreten. Egal, ob es Fremdenfeindlichekeit im Osten ist – wie im Fall von Familie Neuschäfer – oder Fremdenfeindlichkeit im Westen dieser unserer Republik.
Daher hoffe ich sehr, dass das anstehende Personalgespräch zwischen der Kirche und Pfarrer Neuschäfer am 23. April 2008 nicht erneut zum Ergebnis hat, dass man sich gegenseitig die Verantwortung zuschiebt, sondern dass man gemeinsam an einem Strang zieht, um jeder Form von Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in unserem Land – egal ob Ost oder West – mit deutlichen Worten und vor allem mit couragierten Taten zu begegnen. Und das ist ja eigentlich auch das Programm der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, welches sie sich für dieses Jahr vorgenommen hatte (vgl. “Nächstenliebe verlangt Klarheit – EKM gegen Rechtsextremismus“).
Es gibt viel wichtigeres zu tun, als sich jetzt darum zu streiten, wer hier in welchem Ausmaß Recht hat und wer nicht. Wir beschäftigen uns dann nur mit Symptomen, statt uns mit den Ursachen auseinanderzusetzen. Und wenn wir uns darauf konzentrieren, spielen wir nur denen in die Hände, denen wir eigentlich entgegentreten wollen. Das zeigen die hämischen bis zynischen Leser-Kommentare zu einem Beitrag der Rechts-Postille “Junge Freiheit” zu der ganzen Geschichte sehr deutlich. Und das kanns ja wohl nicht sein.
Foto: Dagger_0815 – Quelle: www.flickr.de
Hättest Du Lust auf ein Treffen mit der gesamten Thüringer Blogosphäre zu einer Bloglesung in Jena?
http://www.thueringerblogzentrale.de/2008/04/20/aufruf-zur-2-thuringer-bloglesung/